Evangelische Kirche Geising

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Bereits 1479 wird für Geising eine Kirche erwähnt. 1484 erfolgt die Grundsteinlegung für eine neue spätgotische Kirche, die schließlich 1513 vom Abt des Klosters Altzella (bei Nossen) geweiht wurde.
1689/90 wurde der Kirchenbau in der heutigen Form errichtet und 1694 der achteckiger Turm mit barocker Haube fertiggestellt.

Bemerkenswert sind im Kircheninneren vor allem die zwei aus einheimischem Zinn gegossenen Altarleuchter aus dem Jahr 1685, die als barocke Bergmannsleuchter gestaltet sind. Zinn der Umgebung lieferte ebenso das Material für das zinnerne Taufbecken und verschiedene Ausschmückungen.
Geschichtsträchtig sind die Grabmäler und Grüfte mehrerer Pfarrer, die infolge der Gegenreformation Böhmen verlassen mußten. Die 1757 fertiggestellte Orgel ist das Werk des Geisinger Instrumentenbauers Johann Daniel Ranft.

Unter dem oberen Turmhelm hing früher die Bergglocke des Bergamtsreviers Neugeising von 1615 (umgegossen 1703 und 1753), die den Schichtbeginn für die Geisinger Bergleute verkündete. Ihre Finanzierung erfolgte seinerzeit durch den Verkauf einer Zinnwalder Bergwerkshalde. Bei der baulichen Sanierung des Kirchturms im Jahr 2006 wurde die alte Häuerglocke in den Glockenboden umgehangen und bildet dort zusammen mit den zwei neugegossenen Bronzeglocken das heutige Kirchengeläut.


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Zur protestantischen Gemeinde gehörten in der Geschichte nicht nur Alt- und Neugeising, sondern ebenso bis 1614 Böhmisch-Vorderzinnwald, bis 1728 Böhmisch-Hinterzinnwald sowie bis zur Fertigstellung der eigenen Kirche 1909 auch Sächsisch-Zinnwald und Georgenfeld.