Das bergmännische Huthaus in Zinnwald
Huthaus
Das 1756 errichtete Gebäude beherbergte ursprünglich eine Dorfschmiede. Im Jahr 1853 erwarb die Gewerkschaft "Vereinigt Zwitterfeld zu Zinnwald" das Haus und baute es zu einem für den sächsischen Bergbau typischen Huthaus um.
Huthäuser, mitunter auch Zechenhäuser genannt, waren die Gebäude auf einem Bergwerk, in denen die Gezähe (bergmännische Werkzeuge) und Materialien aufbewahrt wurden und wo sich die Bergleute vor dem Einfahren in die Grube und nach dem Ausfahren versammelten.
Der dort tätige Hutmann war der Grubenaufseher, der die Materialien und das Gezähe zu überwachen, zu "hüten" hatte.
Im Erdgeschoß dieser Zechenhäuser befanden sich Betstube und Aufbewahrungsräume für Werkzeug, Erze und Mineralien sowie bei kleineren Gruben, wie hier in Zinnwald, auch die Bergschmiede. Im Obergeschoß lag oft die Wohnung des Hutmannes.
Im Türmchen auf dem Dach des Hauses befand sich die Anläuteglocke, die die Bergleute zur Schicht in die Grube rief. Jeweils um 4.00 Uhr, um 12.00 Uhr und um 20 Uhr gab sie das Zeichen zum Ein- und Ausfahren für die Zinnwalder Bergleute.
Schon seit dem Jahr 1913 steht das Huthaus als Kostbarkeit der Region unter Denkmalschutz. 1983 bauten es Zinnwalder Bürger zu einem Heimatmuseum aus. Mit dem Abschluß einer umfassenden baulichen Sanierung und musealen Neugestaltung in den Jahren 1998/99 bietet das Gebäude heute eine abwechslungsreiche Museumsausstellung.
Das Huthaus Zinnwald ist Bestandteil des Projektes "Grenzüberschreitender Bergbaulehrpfad Krupka-Geising-Altenberg-Zinnwald/Cinovec-Dubi".
gefördert durch die Europäische Union
Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
© by Christina Schröder